Öffnet in einem neuen Tab
Success Story

Boehringer Ingelheim.

Von Deutschland bis in die USA verbindet WinGuard die Sicherheitssysteme von Boehringer Ingelheim an zahlreichen Standorten weltweit. Die flexible Plattform integriert vielfältige Technologien und betriebliche Prozesse und ermöglicht so eine koordinierte Reaktion auf Vorfälle, effiziente Arbeitsabläufe und ein zuverlässiges Sicherheitsmanagement.

Industrie
Pharmaunternehmen
Gegründet
1885
Mitarbeitende
54.500
Die Herausforderung

Integrierte Sicherheit in der pharmazeutischen Industrie.

Boehringer Ingelheim wurde 1885 gegründet und ist eines der weltweit führenden Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Deutschland. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung und Erforschung innovativer Medikamente und Therapien in den Bereichen Humanarzneimittel, Tiergesundheit und biopharmazeutische Auftragsfertigung. Boehringer Ingelheim verfolgt das Ziel, wirksame Behandlungen für Krankheiten zu finden, für die es derzeit keine zufriedenstellenden Therapieoptionen gibt. Mit rund 54.500 Mitarbeitern und einer Präsenz in mehr als 130 Märkten erzielte das Unternehmen im Jahr 2024 einen Umsatz von 26,7 Milliarden Euro. Boehringer Ingelheim unterhält ein globales Netzwerk von Forschungs- und Produktionsstandorten in Europa, Amerika und Asien – der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Ingelheim am Rhein. Auf einem weitläufigen Gelände von mehr als 762.000 Quadratmetern werden dort zahlreiche Arzneimittel hergestellt. Darüber hinaus gibt es einen großen Forschungs- und Produktionsstandort in Biberach an der Riß sowie weitere kleinere Standorte.

Im Jahr 2014 stand das Unternehmen vor der Aufgabe, die bisher isolierten sicherheitstechnischen Systeme an seinen deutschen Standorten auf einer gemeinsamen Plattform zusammenzuführen. Im Rahmen des Projekts “Control Center Germany” (LSD) sollte ein bundesweit vernetztes System aufgebaut werden, das als zentrale Leitstelle an den Standorten Ingelheim und Biberach an der Riß fungieren sollte. Diese Standorte verfügen neben den herkömmlichen Sicherheitsorganisationen über anerkannte Werksfeuerwehren. Neben der Integration verschiedener Sicherheitsteilsysteme, insbesondere im Bereich der Brand- und Einbruchmeldeanlagen verschiedener Hersteller, lag der Schwerpunkt auch auf der Einbindung des Gefahrenmanagements in die Leitstellenprozesse des Betriebsmanagements. Die enge Anbindung an ein Betriebsleitsystem sollte eine optimal abgestimmte Steuerung der Werkssicherheit und der Werksfeuerwehren gewährleisten, auch in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Feuerwehren.

Aerial view of the Henkel site in Düsseldorf.
"Es war uns wichtig, alle sicherheitsrelevanten Disziplinen in einem System zusammenzuführen. Gleichzeitig musste das Gefahrenmanagementsystem so anpassungsfähig sein, dass es in verschiedenen Betriebskonzepten an unseren Standorten weltweit eingesetzt werden kann. Deshalb haben wir uns für WinGuard von Advancis entschieden. Advancis überzeugt durch schnelle Reaktionszeiten und kompetenten Support, was sich besonders in kritischen Situationen zeigt: Wenn es darauf ankommt, ist das Team sofort zur Stelle. Die Bereitschaft, flexibel auf individuelle Anforderungen zu reagieren und innovative Wege zu gehen, macht Advancis zu einem wertvollen Partner in unserem Sicherheitsmanagement."
Michael KlierIT O&L Security Operations, Boehringer Ingelheim
Das Systemkonzept

Der Anwendungsbereich.

WinGuard wurde als integrierte Plattform für das Gefahrenmanagement ausgewählt. Parallel zur Entwicklung der Leitstelle in Deutschland und im Anschluss daran entschied sich Boehringer Ingelheim, WinGuard auch an anderen Standorten in Europa und den USA als Leitstellenlösung einzusetzen. Das Unternehmen verfügt mittlerweile weltweit über sechs WinGuard-Installationen – von Anlagen mit nur wenigen Schnittstellen und einer vierstelligen Anzahl angeschlossener Sensoren bis hin zur derzeit größten Umgebung der Leitstelle in Deutschland mit rund 20 angeschlossenen Teilsystemen und über 110.000 Datenpunkten aus den unterschiedlichsten Gewerken.

Das Systemkonzept

Die Komplettlösung.

Boehringer Ingelheim entschied sich für das Gefahrenmanagementsystem WinGuard von Advancis, um alle sicherheitsrelevanten Systeme in einem zentralen System zusammenzuführen. WinGuard erfüllt nicht nur die Anforderungen an die industrielle Sicherheit durch die Integration von Brandmelde-, Einbruchmelde- und Gefahrenerkennungssystemen, sondern stellt auch eine wesentliche Komponente in den Betriebsmanagementprozessen der beiden Hauptstandorte dar. Zu diesem Zweck ist WinGuard mit einem Betriebsleitsystem verbunden. Auf diese Weise können eingehende Alarme aus den Überwachungssystemen entweder automatisch oder nach interaktiver Einstufung durch die Disponenten der Leitstelle zu Einsätzen der Werksfeuerwehr oder des Werksschutzes eskaliert werden. Neben einer einheitlichen Betriebslogik zwischen WinGuard und dem Betriebsleitsystem wird besonderer Wert auf die automatisierte Datensynchronisation und die intelligente Modellierung von Standortbezügen innerhalb der Systeme gelegt. Dadurch entfällt die doppelte Datenpflege weitgehend.

Löst beispielsweise eine Brandmeldeanlage einen Alarm aus, wird dies in WinGuard erfasst und über die Schnittstelle nahtlos an das Betriebsleitsystem übertragen. Die zuständigen Einsatzkräfte können dann sofort und ohne Medienbruch alarmiert werden. Alle Alarminformationen – einschließlich der Visualisierung einzelner Melder in den Grundrissen – stehen in Echtzeit zur Verfügung. Die stets aktuelle Darstellung der Sensoren in den Gebäudeplänen war ebenfalls eine zentrale Anforderung an die neue Leitstellenumgebung, die durch das WinGuard-Modul „CAD-Plus“ erfüllt wird. Die zugrunde liegenden Gebäudepläne werden regelmäßig aus der unternehmensweiten CAD-Datenbank von Boehringer Ingelheim aktualisiert; die Melder werden mithilfe intelligenter Verknüpfungen automatisch an der richtigen Position platziert.

System architecture of the Henkel control centre in Düsseldorf.
Systemarchitektur
110.000+Datenpunkte
72WinGuard
Bedienstationen
20Teilsysteme
Das Systemkonzept

Das Systemkonzept.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil des Systems ist die effiziente Verwaltung von Schaltbefehlen – ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung für WinGuard. Diese Funktion ermöglicht die planmäßige Abschaltung von Meldezonen und die strukturierte Einleitung von Wartungsprozessen. Dies stellt insbesondere an den deutschen Standorten einen erheblichen Mehrwert dar, da formelle Antragsverfahren vollständig digitalisiert und ohne manuellen Aufwand abgewickelt werden können. Schaltbefehle können im Voraus konfiguriert und für wiederkehrende Vorgänge gespeichert werden. Gleichzeitig gewährleistet das System eine lückenlose Dokumentation sicherheitsrelevanter Prozesse: Jeder Schaltvorgang ist jederzeit nachvollziehbar – einschließlich des Zeitpunkts der Genehmigung und der verantwortlichen Person. Die relevanten Informationen werden zudem automatisch den Disponenten im System zur Verfügung gestellt.

WinGuard zeichnet sich zudem durch seine äußerst flexible Systemarchitektur aus, die die Umsetzung unterschiedlicher Betriebskonzepte an den Standorten von Boehringer Ingelheim weltweit ermöglicht. Während WinGuard an einigen Standorten, wie beispielsweise in Griechenland oder Frankreich, als eigenständiges System innerhalb eines Werks eingesetzt wird, ist es in Deutschland Teil eines umfassenden Netzwerks von Kontrollzentren. Dort befinden sich mehrere Security Operation Center (SOCs), die sich gegenseitig vertreten und auch Standorte ohne eigene Arbeitsplätze überwachen können. In den USA verfolgt Boehringer Ingelheim einen anderen Ansatz: Zahlreiche Standorte im ganzen Land sind mit einem zentralen regionalen SOC verbunden, das aus der Ferne überwacht und gesteuert wird. Zudem liegt der Schwerpunkt in Europa eher auf Brandmeldeanlagen, während in den USA der Fokus vor allem auf Zutrittskontrolle, Videoüberwachung und Einbruchmeldetechnik liegt. WinGuard bietet somit eine anpassungsfähige Lösung, die sowohl eigenständige Sicherheitskonzepte als auch umfassende Leitstellennetzwerke unterstützt und auf die individuellen Anforderungen jedes Standorts zugeschnitten werden kann.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Einführung von WinGuard bei Boehringer Ingelheim ist die bewusste Investition in Know-how. Es wurde ein fundiertes Verständnis des Systems aufgebaut, sodass Boehringer Ingelheim WinGuard intern effizient verwalten kann. Darüber hinaus tragen Systemarchitekten innerhalb des Unternehmens dazu bei, die Implementierung zu optimieren. Dieser gezielte Aufbau von internem Fachwissen hilft Integratoren dabei, einzelne Projekte besser zu unterstützen, und ermöglicht es Advancis, eng mit dem Unternehmen und den Integratoren zusammenzuarbeiten, um den Einsatz von WinGuard an den verschiedenen Standorten weiterzuentwickeln.

In der Sicherheitsleitstelle

Einheitliches Benutzerinterface.

WinGuard von Advancis wird an mehreren Standorten von Boehringer Ingelheim weltweit eingesetzt. Dank der flexiblen Systemarchitektur kann WinGuard sowohl als eigenständiges Sicherheitskonzept als auch als umfassendes Netzwerk von Leitstellen genutzt werden.

WinGuard fire alarm at the Henkel site: building, alarm point and floor in the header, the full action text with access route and hazard information, and the floor plan with the triggered detector highlighted.

Ein wesentliches Merkmal von WinGuard für Boehringer Ingelheim ist das Management von Kontrollvorgängen. Diese Funktion ermöglicht die gezielte und planmäßige Abschaltung von Detektorzonen und Wartungsprozessen, vereinfacht formale Antragsverfahren und gewährleistet eine transparente Dokumentation aller sicherheitsrelevanten Prozesse.

WinGuard infrastructure view at the Henkel site: a schematic of servers, network nodes and connected workstations, with one failed element marked in red.