Effizientes Sicherheitsmanagement in einem Krankenhaus.
Das AMEOS Klinikum Am Bürgerpark Bremerhaven ist eine hochmoderne Gesundheitseinrichtung. Ob in der Pneumologie, Intensiv- und Atemwegsmedizin, Radiologie/Nuklearmedizin oder anderen medizinischen Fachbereichen – Ärzten und Patienten stehen die neuesten Technologien zur Verfügung. Zur Philosophie einer innovativen Gesundheitseinrichtung gehört auch ein jederzeit zuverlässiges Sicherheits- und Gebäudemanagement. Der Brandschutz hat dabei besonders hohe Priorität. Im AMEOS-Klinikum gewährleistet die Kombination aus einer Brandmeldeanlage und dem herstellerunabhängigen System zum Management physischer Sicherheitsinformationen „WinGuard“ ein Höchstmaß an Sicherheit und Effizienz.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Krankenhaus aus besonderen Gründen, die aus anderen Bereichen stammen, beschließt, sein physisches Sicherheitsmanagementsystem zu modernisieren. Im Fall von AMEOS in Bremerhaven im Jahr 2019 ging es um die Anschaffung und den Investitionsschutz einer neuen Endoskopieeinheit mit sehr teurer Mess- und Untersuchungstechnik. Feuer ist eines der größten Risiken, das durch modernste Brandmeldetechnik erheblich reduziert werden kann. Darüber hinaus wirkt sich ein moderner Brandschutz auch auf die Versicherung im Schadensfall aus. Um teure Technik im Rahmen einer Feuerversicherung abzudecken, prüfen Versicherer genau, wie hoch das potenzielle Schadensrisiko ist und welche Vorkehrungen zur Schadensverhütung getroffen wurden. Dies ist die Grundlage für die Entscheidung über die Gewährung des Versicherungsschutzes und die Höhe der Versicherungssumme. Eine Brandmeldeanlage in Verbindung mit einem modernen und hochautomatisierten Sicherheits- und Gebäudemanagementsystem wirkt sich positiv auf Investitionen und den Versicherungsschutz aus.
Ein weiterer Grund für das neue Sicherheitskonzept war eine Änderung der Vorschriften der Feuerwehr zur Alarmkette. Zuvor gab es zwei Alarmstufen. Wenn die Brandmelder im Krankenhaus ausgelöst wurden, gab es einen sogenannten Voralarm, bei dem die Leitstelle eine Reaktionszeit von 30 Sekunden hatte, um den Empfang einer Alarmmeldung zu bestätigen. Anschließend folgte eine Abklärungsphase von zwei bis drei Minuten, in der das Personal der Leitstelle den Alarm untersuchen und überprüfen musste. Diese Abklärungszeit wurde jedoch von der Feuerwehr untersagt. Der angegebene Grund: Die Abklärung darf nicht ausschließlich von der Leitstelle aus erfolgen, sondern muss im Interesse einer schnelleren Reaktion stets so nah wie möglich am Einsatzort stattfinden, beispielsweise in der Wache.
Diese Anforderung lässt sich mit einem integrierten Sicherheits- und Gebäudemanagementsystem sehr einfach erfüllen. Jeder Bereich des Krankenhauses ist mit einem entsprechenden Arbeitsplatz ausgestattet, der mit dem Managementsystem verbunden ist. So wird dem Personal genau angezeigt, wo der Alarm ausgelöst wurde. Mit diesen Informationen kann es sehr schnell mit der Untersuchung vor Ort beginnen. Gleichzeitig laufen alle Informationen in der Leitstelle zusammen, um die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten und zu koordinieren.

"In bestimmten Bereichen des Krankenhauses kam es häufig zu Fehlalarmen. Wir wollten sowohl die direkten Kosten für unnötige Löschmaßnahmen als auch die indirekten Kosten, die durch die Beeinträchtigung der Arbeitsabläufe im Krankenhaus entstanden, so weit wie möglich reduzieren. Mindestens ebenso wichtig ist es, die geänderten Vorschriften der Feuerwehr einzuhalten, um im Notfall so schnell wie möglich reagieren zu können. Bereiche wie die Operationssäle oder unsere Blutbank dürfen unter keinen Umständen von einem Brand betroffen sein. Die schnellere Reaktionszeit und vor allem die Möglichkeit, den Vorfall in der Leitstelle genau zu verfolgen und geeignete Maßnahmen planmäßig umzusetzen, ist für uns einer der entscheidenden Vorteile."
WinGuard ist eine Komplettlösung.
“Unsere Brandmeldeanlage war zwar bereits vernetzt, aber es gab mehrere Teams, die innerhalb einer bestimmten Zeit auf einen Alarm reagieren mussten. Insgesamt waren zu viele Personen beteiligt, und die Alarmkette war nach heutigen Maßstäben zu lang. Zudem hatten wir ohne eine moderne Leitstellenlösung keine effiziente Möglichkeit, die Brandmeldeanlage intelligent zu steuern oder ihre Konfiguration entsprechend anzupassen, beispielsweise nach baulichen Veränderungen”, erklärt Christian Lührs, Teamleiter Technik am AMEOS Klinikum Am Bürgerpark in Bremerhaven.
Der Klinikbetreiber zeigte zudem großes Interesse an einem optimierten Brandmelde-System, das aus wirtschaftlicher Sicht in eine Sicherheits- und Gebäudemanagementlösung integriert ist. Die bisherigen Abläufe bei Auslösung des Brandmeldesystems führten häufig zu Fehlalarmen und damit zu unnötigen Einsätzen der Feuerwehr. Bis zu 90 Prozent dieser Fehlalarme werden durch das Rauchen ausgelöst, das im gesamten Krankenhaus verboten ist, sowie gelegentlich auch durch Staubansammlungen während Bauarbeiten. Diese Fehlalarme stören nicht nur den Betriebsablauf erheblich, sondern verursachen zudem Kosten in Höhe von rund 500 Euro pro Einsatz der Feuerwehr.
Die perfekte Lösung mit einem bewährten Partner
Nachdem im AMEOS Klinikum der Bedarf an einer modernen Brandmeldeanlage festgestellt und die Entscheidung getroffen worden war, wurde der langjährige Technologiepartner Johnson Controls hinzugezogen. Die Empfehlung: die Integration des bestehenden Brandschutzsystems in die Sicherheits- und Gebäudemanagementlösung WinGuard. Mit dieser Lösung kann das Krankenhaus nicht nur die Anforderungen der Feuerwehr und der Versicherung erfüllen, sondern auch die Zahl der Fehlalarme und damit unnötige Einsätze der Feuerwehr deutlich reduzieren. Zudem hat das Krankenhaus die Möglichkeit, das gesamte System zentral zu steuern.
Zum Einsatz kommt das herstellerunabhängige Sicherheits- und Gebäudemanagementsystem WinGuard von Advancis. Diese vernetzte Lösung als integriertes Physical Security Information Management (PSIM)-System optimiert die Alarmkette, vereinfacht die Verwaltung und sorgt für mehr Sicherheit im gesamten Krankenhaus. An den WinGuard-Bedienplätzen kann das zuständige Personal über eine standardisierte Benutzeroberfläche die integrierte Brandmeldeanlage steuern und im Falle eines Vorfalls sofort reagieren. Bei einem eingehenden Alarm werden die lokale Leitstelle und das zuständige Personal vor Ort über einen Bildschirm sowie per SMS, E-Mail oder Telefon benachrichtigt. Die Automatisierung der erforderlichen Maßnahmen im Notfall, die zentrale Dokumentation aller Ereignisse sowie umfassende Auswertungsmöglichkeiten sind weitere entscheidende Vorteile des zentralisierten Sicherheits- und Gebäudemanagementsystems.
Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die schnelle und einfache Anpassung. Die Wegweiser für die Feuerwehr und die Fluchtwege im Krankenhaus können sich beispielsweise aufgrund baulicher Veränderungen rasch ändern. In der Vergangenheit konnten notwendige Anpassungen nur von der Feuerwehr und meist manuell vorgenommen werden. Heute kann das Krankenhaus die Änderungen an den Fluchtwegplänen selbst in der Leitstelle eingeben, um Zeit zu sparen, und die neuen Pläne der Feuerwehr als Ausdruck oder digital zur Verfügung stellen. Das Ergebnis: Kosteneinsparungen zwischen 50 und 100 Euro pro Fluchtwegplan bei etwa 50 Anpassungen pro Jahr. Dadurch sind alle Beteiligten stets auf dem neuesten Stand, was im Brandfall entscheidend sein kann. Seit dem Einsatz von WinGuard hat das Krankenhaus die Gesamteffizienz der nun weitgehend papierlosen Planung und Umsetzung um durchschnittlich 20 Prozent gesteigert und gleichzeitig rund zehn Prozent der Personalkapazitäten für andere wichtige Aufgaben freigesetzt.

Einheitliches Benutzerinterface.
Die übersichtliche Grafik in WinGuard zeigt eine Stationsübersicht im Krankenhaus. Die Meldungen der Brandmeldeanlage werden in der Benutzeroberfläche einheitlich dargestellt. Sie lassen sich auf dem weitläufigen Krankenhausgelände leicht lokalisieren, und die Zuständigkeiten des Personals werden angezeigt.

Die Sicherheit vor Ort wird durch das Zeitsteuerungsmodul weiter verbessert. Damit können Benutzer Kalender, Zeitpläne, automatische Aktionen und Schaltvorgänge (geplante und überwachte Systemsteuerungen) in WinGuard bereitstellen.

Im Falle eines Feueralarms werden am Einsatzort der Feuerwehr automatisch Lagepläne ausgedruckt, damit die Rettungskräfte sofort zum Einsatzort gelangen können. Darüber hinaus ist WinGuard darauf vorbereitet, diese Anfahrtspläne für Feuerwehrleute, die später alarmiert werden, erneut auszudrucken. Der Benutzer erhält zudem einen detaillierten Aktionstext mit standort- und systemspezifischen Informationen, z. B. zur schnellsten Anfahrtsroute.



